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Wissenswertes über die IWC
Die Internationale Walfangkommission, die IWC, wurde 1946 gegründet. Zuvor bestand die Konvention zur Regulation des Walfangs (ICRW). Die IWC wurde ins Leben gerufen, um die Walfangindustrie zu kontrollieren. Den meisten Unterzeichnerstaaten ging es allerdings ausschließlich um den Schutz der Industrie und nicht um den Schutz der Wale, (obwohl schon früh darauf hingewiesen wurde, dass der Schutz der Meeressäuger dringend notwendig ist.) Der starke Walfang führte dazu, dass Anfang der 80er Jahre 8 von 10 Bartenwalarten fast ausgerottet waren. In den nächsten Jahren konnte man allerdings einige Nationen zur Einstellung des Walfangs bringen.
1982 stellte man fest, dass der damalige Bestand keine weitere kommerzielle Bejagung zuließ. Daraufhin wurde 1986 das weltweite kommerzielle Fangverbot, das Moratorium, erlassen. Norwegen, Japan, Peru und die UdSSR meldeten gegen diesen Beschluss einen Vorbehalt an. Speziell zu Japan ist zu sagen, dass sie das Moratorium zunächst annahmen, dies aber später widerriefen. Japan entschied sich, die Wale aus wissenschaftlichen Gründen zu jagen, denn das war von der IWC erlaubt. Damals durfte nur Japan die Wale wissenschaftlich jagen. Japans Walfangaktivitäten waren auf den Raum der Antarktis und auf 100 Zwergwale jährlich beschränkt. In den nächsten Jahren allerdings stellten auch die eben genannten Länder den kommerziellen Walfang ein. Island, Korea, Norwegen und Japan jagten weiter „wissenschaftlich“ Wale. Bis heute jagt Japan unter dem Deckmantel der Wissenschaft. Norwegen dagegen nahm den kommerziellen Walfang in ihren eigenen Gewässern im Nord Atlantik 1993, mit dem Verweis auf das damalige Veto gegen das Moratorium, wieder auf. Dies alles war möglich, da Lücken in dem Abkommen der IWC bestanden. Diese Schlupflöcher nutzten die Nationen der Walfangbefürworter zu ihrem Vorteil.
Um die Meeressäuger weiter zu schützen, errichtete man Schutzgebiete im Indischen Ozean und in der Antarktis.
Die IWC sieht sich offiziell für alle Bartenwale, daneben aber auch für einige Zahnwale zuständig. Da man Kleinwale nicht ganz unbeachtet lassen wollte, wurde 1974 das Subkomitee für Kleinwale (SCSC) gegründet. Die SCSC ist dafür zuständig, wissenschaftliche Erkenntnisse über die Bedrohung der Kleinwale zu sammeln. Trotzdem werden Kleinwale in vielen Gebieten noch immer kommerziell bejagt, da ein weltweites Fangverbot noch immer fehlt.

Als 1986 die Fangquote für die Wale auf null gesetzt wurde, legte Norwegen ein Veto gegen dieses sogenannte Moratorium ein. Norwegen ist also, wie Japan unter Vorbehalt des Moratoriums Mitglied der IWC. Jedes Mitgliedsland kann 90 Tage nach Bekanntgabe eines solchen Beschlusses ein Veto einlegen. Genau dies war auch der Knackpunkt bei dem Wiedereintritt Islands in die IWC. Island erkannte damals das Moratorium an, trat allerdings 1992 aus Protest gegen den Beschluss aus der IWC aus. Im Jahr 2001 wollte Island unter Vorbehalt wieder Mitglied werden. Dies war aber nicht möglich, da das Veto innerhalb von 90 Tagen und nicht etwa wie in diesem Falle nach rund 20 Jahren eingelegt werden muss.

Norwegen - Richter in eigener Sache 

Norwegen setzt seine Fangquoten selbst. In der Fangsaison 2002 tötete das Land 643 Wale bei einer Fangquote von 671 Walen. Dies ist das stärkste Fangergebnis seit 1993, als Norwegen den kommerziellen Walfang wieder aufnahm. Das Paradoxe daran: In Norwegen selbst ist kein Absatzmarkt für den Walspeck vorhanden. Daher wird dieser so genannte Blubber neben anderen Produkten (892 Tonnen Zwergwalfleisch und 63 Tonnen Blubber von der letzten Fangsaison) in Lagerhäusern gekühlt, um so bald wie möglich nach Japan und Island exportiert zu werden. Denn eigentlich wäre es kein Problem, den Blubber nach Japan zu exportieren, denn dort gilt der Walspeck als eine Delikatesse. Japan allerdings ist an einem Import norwegischen Walfleisches nicht interessiert, da dies eine zu hohe Schadstoffbelastung aufweist.
Nowegen verstößt zusätzlich gegen die Convention of the Marine Environment of the North-East Atlantic (OSPAR). Die OSPAR untersagt nämlich das Versenken von mit Schadstoffen belastetes Material im Meer. Von den 643 erlegten Walen könne man rund 1000 Tonnen Blubber bekommen. Komisch ist nur, dass lediglich 63 Tonnen davon eingelagert werden. Daher muss man davon ausgehen, dass einige 100 Tonnen in den letzten Monaten illegal beseitigt worden sind.
Desweiteren verlangt das internationale Seerecht eine Zusammenarbeit in Fragen des Walfangs. Das heißt, dass eine Walfangnation mit der IWC zusammenarbeiten soll. Da Norwegen jedoch sämtliche Aufforderungen der IWC ignoriert, kann von Zusammenarbeit keine Rede sein. Norwegen ignoriert also ebenso das internationale Seerecht. Die IWC jedoch hat gegen Norwegen keine juristischen Mittel in der Hand, um gegen das Handeln vorzugehen.
Stimmenkauf und andere Machenschaften der Japaner
Japan drängt darauf, das kommerzielle Fangverbot rückgängig zu machen. Das asiatische Land geht hierbei mit allen Mitteln vor: Es zahlt Hilfsgelder an arme Entwicklungsländer, damit diese dann bei der nächsten IWC-Konferenz für Japan stimmen. Dieser Stimmenkauf wurde sogar schon zugegeben, er ist also kein Geheimnis mehr. Noch hat Japan es allerdings nicht geschafft, es stimmen immer noch mehr Länder für den Schutz der Wale als dagegen. Allerdings wird der Vorsprung immer geringer. Im Land selbst gibt es wenig Befürworter des Walfangs. Der Hauptteil der Bevölkerung ist an Walfleisch

IWC-Mitgliedsstaaten 2002

nicht interessiert, weshalb sogar schon Werbung gemacht wird, indem man unter den Japanern kostenlos Walfleisch-Kochbücher verteilt. Selbst die wenigen Befürworter des Walfangs halten die Jagd auf die Meeresriesen für einen Teil in der Kultur, auf den man verzichten könne. Zudem ist das, was Japan tut, nicht legal. Japan jagt unter dem Deckmantel der Wissenschaft, das heißt, dass jeder Wal, der aus wissenschaftlichen Gründen getötet wurde, einer wissenschaftlichen Analyse unterzogen werden muss (dies ist eine Richtlinie der IWC). Trotzdem wird teilweise das Walfleisch direkt vom Schiff aus verkauft, es liegt also keine Analyse vor! Daher handelt es sich eigentlich nicht um wissenschaftlichen, sondern um kommerziellen Walfang. Japan fängt derzeit im Winter im Südpolarmeer Wale. Dieses Gebiet wurde 1994 von der IWC zum Walschutzgebiet erklärt! Die IWC kann gegen das Handeln Japans nicht weiter vorgehen, als das Tun verurteilen. Zu weiteren Maßnahmen fehlen die juristischen Mittel.
Island bereitet den Walfang vor
Island trat 1992 aus Protest gegen das Moratorium aus der IWC aus, gelang im Oktober diesen Jahres aber mit einer Stimme Mehrheit der Wiedereintritt. Island darf nun also unter dem Deckmantel der Wissenschaft den Walfang wieder aufnehmen. Das Land betonte jedoch, dass es vor 2006 kommerziell keinen Wal fangen wird, es sei denn, die IWC setzt neue Quoten fest. Grund dafür: Island ist in den letzten Jahren immer mehr zum Touristen-Ziel geworden. Würde das Land nun wieder Wale fangen, könnte es zu einem Imageschaden kommen. Wobei dies, meiner Meinung nach, keine Rolle spielt. Der Imageverlust würde sich auch bemerkbar machen, wenn Island ab 2006 wieder kommerziell Wale fängt. Gründe für den Walfang sind folgende: Erstens glaubt man, dass man mehr über die Wale erfahren will, was deren Lebensweise anbelangt (was und wieviel sie fressen, ihre Population rund um Island, ihre Wanderwege usw.). Außerdem erhofft man sich, dass man das Fleisch an Japan exportieren kann. In Japan muss man für 1 kg Walfleisch etwa 300 Euro bezahlen! Der Export nach Japan allerdings ist zweifelhaft, da Norwegen in den letzten Jahren schon nicht exportieren konnte, da Japan an Walfleisch wegen der hohen Schadstoffbelastung nicht interessiert ist. Hinzu kommt, dass Wale durch das Washingtoner Artenschutzgesetz geschützt sind, Produkte aus ihnen dürfen daher nicht gehandelt werden.
Außerdem dürfte Island gar kein Fleisch exportieren, da die Richtlinien der IWC besagen, dass unter wissenschaftlichem Gesichtspunkt gejagte Wale nicht exportiert werden dürfen, sondern nur von dem Land selbst konsumiert werden darf. Ein weiterer Grund für den Walfang ist der, dass sehr viele Fischer behaupten, die Wale fressen ihnen den Fischbestand weg.


"Wissenschaftlicher" Walfang 
in Island (1986-1989)

Nicht ganz unwichtig ist auch der Punkt, dass die Wiederaufnahme des Walfangs ein Symbol der Unabhängigkeit ist. Island will sich behaupten. Der kleine Inselstaat wurde erst 1944 unabhängig, war viele Jahre von Dänemark abhängig und durfte keine eigenen Entscheidungen fällen. Dem Land wurde bis dahin alles vorgeschrieben. Mit der Wiederaufnahme des Walfangs will Island nun zeigen, dass es eigene Entscheidungen fällen, mit seinen Ressourcen selbst umgehen kann. Dies ist auch der Grund, warum es wenig Sinn hat, wenn Umweltorganisationen aus aller Welt versuchen wollen, den Isländern klar zu machen, dass die Wale geschützt werden müssen. Erfolg erreicht man eher, wenn ein Isländer seine Landsleute darauf aufmerksam macht. Die meisten (ca. 70 %) der Isländer sind für die Wiederaufnahme des Walfangs, sogar die „grüne Partei“ Islands unterstütze den Walfang!
Zurück zu den oben angedeuteten Argumenten für den Walfang. Die Wale würden den Fisch weg fressen, wie viele immer wieder gerne behaupten. Tatsache aber ist doch, dass nicht der Wal, sondern der Mensch an der Überfischung Schuld ist. Denn früher lebten noch viel mehr Wale (genau kann man die Ursprungspopulation nicht nennen) als heute, dann müsste es nach der obenstehenden Aussage doch früher schon zur Überfischung kommen müssen! Zudem fressen nicht alle Wale Fisch, sondern Krill, an dem der Mensch nicht interessiert ist. Der Fisch wird also definitiv nicht weg gefressen, zumindest nicht vom Wal!!
Schadstoffe im Walfleisch
Walfleisch ist nachweislich sehr stark mit Schadstoffen belastet. Gestrandete Pottwale z. B. wiesen eine derartig hohe Konzentration von Dauergiften auf, dass sie als Sondermüll entsorgt werden mussten! Dauergifte sind hochgiftige Chemikalien, die nur langsam oder gar nicht mehr abgebaut werden. Diese Dauergifte können unter Umständen Krebs und andere Krankheiten auslösen! Solche Gifte lagern sich besonders gut im Fettgewebe ein, daher ist der Blubber, den der Wal zum Kälteschutz benötigt, besonders stark belastet. Und gerade der Blubber gilt unter den Fangnationen als Delikatesse. In Alaska und auf den Färöer Inseln zum Beispiel gilt Walfleisch traditionell als Nahrung. Gerade dort wurde nachgewiesen, dass ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Walfleisch  und Lern- und Entwicklungsschwäche bei Kindern besteht. Grund dafür sind die im Fleisch enthaltene Schwermetalle und Dauergifte. Auch im Zwergwalfleisch sind diese Gifte vorhanden.
Die Ergebnisse der IWC-Tagungen 2002
Das alljährliche Treffen der IWC-Mitglieder fand Ende Mai 2002 in Japan statt. Japan versuchte erneut, das kommerzielle Fangverbot zu lockern, scheiterte aber mit diesem Vorhaben. Zuvor wollte man für das von den USA und Russland  beantragte Sonderfangrecht an Grönlandwalen für indigene Völker eine Mehrheit erzielen, was Japan jedoch verhinderte. Man benötigte für die Durchsetzung dieses  Antrags eine Dreiviertel-Mehrheit, die jedoch knapp verfehlt wurde. Japan sagte, dass eine Verlängerung von 5 Jahren dieses Fangrechts für indigene Völker zu lang sei und die Walart bedrohe. Anlass dafür war, dass Japans Antrag auf den Abschuss von 50 Zwergwalen in den eigenen Küstengewässern abgelehnt wurde. Japan wollte sich also rächen und stimmte dagegen. Das heißt, dass die Eskimos illegal Wale jagen müssten, um ihren Nahrungserhalt zu sichern. Die USA dagegen erhielten die Genehmigung für den Abschuss von 60 Grauwalen durch die Makah-Indiander. Diese Indianer sind nicht auf Walfang angewiesen, gehen selbst seit fast 100 Jahren nicht mehr auf Walfang, sondern wollen nach eigenen Angaben das Fleisch nach Japan exportieren. Japan hätte es lieber gesehen, dass das Moratorium sofort abgeschafft wird und, dass die bestehenden Schutzgebiete aufgehoben werden. Statt dessen forderte das Land bestimmte Fangquoten für Walarten. Schweden dagegen schlug vor, das Moratorium bestehen zu lassen, aber Fangquoten unter internationaler Kontrolle in den Wirtschaftszonen der IWC-Mitgliedsländer zu setzen.

Die USA drängten nach dieser Jahrestagung auf ein weiteres Treffen, das am 14. Oktober 2002 in Cambridge stattfand. Während diesen Treffens gelang es Island nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen 2001 und im Sommer 2002 der IWC wieder beizutreten. Dieses Treffen fand wegen der nicht erteilten Fangquote für indigene Völker in den USA und Russland während letzten IWC-Tagung statt. Hierbei handelt es sich um die Fangquote  für Grönlandwale.
Island will so bald es möglich ist, anfangen, Wale aus wissenschaftlichen Gründen zu jagen. Auch mit dem kommerziellen Walfang will Island so bald wie möglich wieder beginnen. In dem Abkommen der IWC steht, dass Nationen, die wissenschaftlichen Walfang betreiben, so viel Walfleisch wie möglich im eigenen Land verkaufen müssen. Dieser Absatzmarkt ist in Island vorhanden. Der isländische Minister für Fischerei erklärte, dass man alle natürliche Ressourcen nutzen sollte und dazu gehören auch die Meeressäuger.

Beke Tietz

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